Gegen FGM und für eine nachhaltige Prävention durch Multiplikator*innen

Weibliche Genitalverstümmelung (engl.: Female genital mutilation, kurz FGM) stellt noch immer ein weltweites Problem dar und ist eine Form massiver Gewalt gegen Frauen, Mädchen sowie weitere Personen mit weiblich zugewiesenen Genitalien. Betroffene leiden lebenslang unter den psychischen und physischen Folgen des brutalen Eingriffs. Nicht selten führt dieser zum Tod.

Im Rahmen der MSO-Förderung des Landes NRW konnte agisra e.V. im Mai 2025 das Projekt „Gegen FGM und für eine nachhaltige Prävention durch Multiplikatorinnen“ starten. Ziel des Projekts ist es betroffene und gefährdete Personen zu informieren und zu Multiplikatorinnen weiterzubilden, um damit eine Veränderung in direkter Zusammenarbeit mit den Betroffenen zu erwirken. Denn obwohl weibliche Genitalverstümmelung seit 2013 als eigener Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch aufgenommen wurde, lag die Zahl der Betroffenen in Deutschland – nach Berechnungen des Bundesministeriums1 – Ende 2025 bei 125.000.
Im Rahmen des Projekts werden in Form von Workshops Bildungs- und Austauschräume angeboten. In Begleitung einer Beraterin und einer Ärztin wird hier in Kleingruppen zu Themen wie Sexualität und reproduktive Gesundheit informiert und Raum für Nachfragen oder für das Teilen von eigenen Erfahrungen geboten. Dabei stehen physische, psychische und rechtliche Konsequenzen von FGM ebenso im Fokus wie die kritische Betrachtung tradierter Geschlechterrollen und Machtverhältnisse innerhalb von Partnerschaften und Familien.

Das Projekt wird gefördert vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes NRW.