Das Projekt ViaPonto richtet sich an EU-Bürgerinnen, die von besonders starker Benachteiligung und Stigmatisierung betroffen sind. Dazu gehören unter anderem Romnja und Sinti*zze, gewaltbetroffene EU-Menschen und EU-Neuzugewanderte in der Sexarbeit. Diese befinden sich oftmals in prekären Lebensverhältnissen und sind auf der Suche nach einer Orientierungsberatung. Zugleich fehlt ihnen aufgrund von Erfahrungen sozialer Ausgrenzung, der fehlenden sprachlichen Zugänglichkeit von Beratungs- und Unterstützungsstrukturen und fehlender Informationen hinsichtlich des Arbeits- und Sozialrechts der Zugang zu Institutionen, Behörden oder anderen Organisationen.
Im Rahmen des Projekts unterstützt agisra e.V. genau diese Zielgruppen hinsichtlich ihrer Bedarfe (z.B. bei der Suche nach Angeboten zu Bildung und Teilhabe, der Unterstützung in Fragen zu Hilfen zur Erziehung, der Anbindung an eine langfristige Gesundheitsversorgung oder Angeboten der Arbeitsmarktintegration). Die Beratungen erfolgen stets in Form von Verweisberatungen an bereits bestehende Strukturen, zum Beispiel an Sprachkurse, Jugendamt, Schulanmeldung, Migrationsberatung, Krankenversicherung und andere.
Für die oft schwierig zu erreichende Zielgruppe der neuzugewanderten EU-Menschen in der Sexarbeit bietet agisra e.V. darüber hinaus sowohl eine wöchentliche offene Sprechstunde als auch aufsuchende Arbeit in den Sexarbeitsstätten. Die Beraterinnen informieren die Sexarbeiterinnen in mehreren Sprachen über ihre Rechte und Pflichten im Rahmen des Prostituiertenschutzgesetzes und sensibilisieren sie für das Thema Zwangsprostitution.
Das Projekt „ViaPonto“ ist ein Vorhabenverbund zwischen agisra e. V. und Looks e. V. und wird in Kooperation mit der Stadt Köln und im Rahmen des Programms „EhAP Plus“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.



