Seit mehreren Jahren suchen zunehmend Mädchen, Frauen und TINA-Person, die von häuslicher Gewalt betroffen sind und zugleich geflüchtet oder migriert sind, die Beratungsstelle auf.
Die Hürde sich Hilfe zu suchen ist für Betroffene von häuslicher Gewalt allgemein sehr hoch. Meist brauchen diese mehrere Anläufe, um sich aus ihren Gewaltbeziehungen zu lösen. Dafür gibt es Gründe: Lähmende Angst vor der Reaktion des Gewalttäters, Gefühle von Scham und Schuld, emotionale und/ oder wirtschaftliche Abhängigkeit und damit einhergehend Ängste vor dem Verlust der Kinder und vieles mehr. Betroffene nach Flucht oder Migration stehen zusätzlich vor flucht- und migrationsspezifischen Hürden: Verunsicherung durch die Ankommenssituation in Deutschland wie auch aufenthaltsrechtliche Ängste sind Gründe, warum sie zu oft in Gewaltverhältnissen verbleiben.
Obwohl agisra e.V. noch immer keine fest installierte Stellenfinanzierung in diesem Bereich hat, ist der Verein zu einem wichtigen Anlaufpunkt für Betroffene in Köln geworden, die sich entweder selbst melden oder bei Verdacht auf Häusliche Gewalt von anderen Stellen an den Verein vermittelt werden.
Darüber hinaus nimmt agisra e.V. seit zwei Jahrzehnten an der Entwicklung des Themas für die Stadt Köln teil. Als aktives Mitglied bringen wir uns im Netzwerk gegen häusliche Gewalt ein und sind im „Arbeitskreis gegen Gewalt an Frauen“ der Stadt Köln vertreten. Auch bei der Entwicklung des Leitfadens gegen „Häusliche Gewalt in Flüchtlingsunterkünften“ konnten wir mit unserer Expertise intensiv mitwirken.
Das Projekt wird seit 2026 gefördert von der Stadt Köln.
